Zu den Herstellerinnen gehören auch die beiden Pulheimerinnen Monika Klopsch und Helga Speh. Seit drei Jahren produzieren sie tagaus tagein Kekse für Hunde – mit zunehmenden Erfolg. Denn die Kekse werden nicht nur Stück für Stück liebevoll wie Weihnachtsplätzchen von Hand ausgestochen, sondern sie bestehen vor allem aus besten Zutaten. Die beiden Damen sind stolz auf ihre Kekse, die sie in zwei Qualitätsklassen herstellen: in Lebensmittelqualität und Bio-Qualität. Für diese Bio-Kekse werden ausschließlich Grundstoffe aus kontrolliertem biologischen Anbau verwendet. Die Einhaltung wird von zwei Institutionen geprüft. Helga Speh und Monika Klopsch sind stolz darauf, die erste Hundekeksbäckerei mit Bioland-Zertifikat zu sein.
Für die beiden steht Hundegesundheit immer an erster Stelle. Und darum enthalten ihre Backwerke grundsätzlich weder Zucker, Salz, Gewürze noch Lock- und Duftstoffe. Auch Fleisch wird nicht verarbeitet – die Kekse sind rein vegetarisch. Zum einen, weil sie ohne Fleisch länger haltbar sind, zum anderen, weil die Kekse ein zusätzliches Leckerli sein sollen, das nichts mit der normalen Ernährung zu tun hat. Und zu der zählt, so die Pulheimerinnen, natürlich Fleisch. Die Kekse können auch die Hundebesitzer selbst essen – sie schmecken ähnlich wie festes Knäckebrot, je nach Keksart mit einem Hauch Knoblauch, Käse, Honig oder auch Erbsen-Möhrchen-Gemüse. Nur eines sollte man haben – gute Zähne, denn die Kekse sind ziemlich hart.
Für besondere Gelegenheiten wie einen Hundegeburtstag hat sich Helga Speh darüber hinaus ein paar verspielte Spezialkekse ausgedacht – sogar mit einer essbaren 22-Karat-Goldverzierung.
Ein besonderes Anliegen sind den Pulheimer Damen auch Leckerlis für kranke Hunde. Darum gibt es bei ihnen glutenfreie Kekse für allergische Vierbeiner oder demnächst ein Keks für nierenkranke Hunde. Alle Inhaltsstoffe werden stets sorgfältig von einem Labor analysiert.
Auf die Idee, Hundekekse zu backen, kamen sie, als der Hund Diva von Monika Klopsch an Krebs erkrankte. Sie beschlossen, die Ernährung vollkommen zu verändern, frisch zu kochen und wollten auch ein gesundes Leckerchen für die schwer kranke Hündin abseits kaufbarer Massenware. Helga Speh beschloss, selber Leckerchen zu machen, und begann, Hundekekse zu backen. Die kamen nicht nur bei der kranken Hündin gut an, sondern auch bei anderen Hunden aus dem Bekanntenkreis.
Immer mehr Bekannte wollten für ihre Hunde Kekse. Helga Speh, eigentlich Leiterin eines EDV-Unternehmens, holte eine Freundin zu Hilfe. Im Keller wurde ein großer Backofen aufgestellt und ein Keksrezept nach dem anderen erfunden. Unzählige Testrunden unter Beteiligung von Mensch und Vierbeiner fanden statt – wie heute übrigens auch noch. Die beiden Pulheimerinnen beschlossen, die Kekse zu vermarkten, kauften einen kleinen mobilen Verkaufsstand für Wochenmärkte und legten so den Grundstein für das heutige Unternehmen. Mit 49 Jahren beschlossen beide, sich mit den selbstgebackenen Hundekeksen selbstständig zu machen. Es gab nur einen bitteren Wermutstropfen, denn im August 2005 starb die krebskranke Diva – wenn auch viel später, als vom Tierarzt prognostiziert. Monika Klopsch und Helga Speh sind überzeugt, dass viel Liebe und Zuwendung, aber auch die Ernährungsumstellung auf gesunde Nahrung dabei eine Rolle spielten.
Die Mühe, die sich Helga Speh und Monika Klopsch gemacht haben, hat sich gelohnt. Ihre gesunden Kekse boomen – vertrieben über das Internet und zahlreiche Tierbedarfsgeschäfte, werden inzwischen nicht nur quer durch die Bundesrepublik Hunde mit Pulheimer Keksen verwöhnt. Auch Hunde aus Italien, Frankreich und den Niederlanden gehören zu den „Kunden“ – und aus immer mehr Ländern kommen Anfragen.
Corinna Watschke