So mancher Hundehalter ärgert sich im Nachhinein, dass sein Hund immer noch die jährliche Tollwutimpfung vom Tierarzt verpasst bekommen hat. Auch eine Hundehalterin aus Wickede hat so ihre Not, für ihre Vierbeiner die dreijährliche Tollwutimpfung zu bekommen.
Die Doggeneltern Eos und Urban sowie ihre Teenies Alex und Andromeda sind der Stolz von Halterin Anja D. und ihrem Mann. Sie sorgen dafür, dass es ihren Hunden an nichts fehlt. Dazu gehören natürlich die jährlichen Schutzimpfungen beim Tierarzt. Erst bei ihren Recherchen über sinnvolles Impfen entdeckten die Halter die geänderte Impfbestimmung für Tollwut. Doch es war gar nicht so einfach, einen Tierarzt zu finden, der ihre Hunde mit dem Drei-Jahres-Tollwutimpfstoff impfen wollte.
Bei etlichen Tierärzten fragte die Halterin nach und bekam so einiges zu hören: Das Gesetz wäre noch gar nicht geändert worden, man müsste noch jährlich impfen, sie wäre unverantwortlich, wenn sie ihren Hunden nur alle drei Jahre eine Tollwutimpfung geben würde. Dabei ist laut Gesetz die Impfung gar nicht häufiger nötig. Doch Halterin Anja ließ nicht locker. Sie möchte ihre Hunde nicht mehr als nötig mit Impfstoffen belasten. Am Ende fand sie doch einen Tierarzt in ihrer Nähe.
Der sieben Monate alte Alex ist zuerst an der Reihe. Vor jeder Impfung untersucht Tierarzt Erhard Schulze den Vierbeiner gründlich, denn nur gesunde Tiere kann er ohne Bedenken impfen. Bisher sind Kombiimpfungen für Hunde üblich, aber nach der Neuregelung werden Einzeldosen immer gefragter sein. Auch Alex bekommt nur den Tollwutimpfstoff gespritzt. Mit dem Aufkleber „T“ wie Tollwut und der Unterschrift des Tierarztes im Impfbuch braucht Rüde Alex dann erst in drei Jahren wieder eine Auffrischung.
Für die Leptospiroseimpfung muss er jedes Jahr wiederkommen. Mit der dreijährlichen Tollwutimpfung kann Halterin Anja mit ihren Vierbeinern in alle EU-Länder einreisen, auch nach England. Für Anja bleibt sinnvolles Impfen weiterhin ein Thema. Demnächst möchte sie ihre Hunde auch mit dem Kombiimpfstoff gegen Hepatitis, Staupe und Parvovirose impfen lassen, der neuerdings ebenfalls eine dreijährige Immunitätsdauer hat.
Mit dieser Einstellung steht sie als mündige Hundhalterin durchaus nicht alleine da. Auch der Bundesverband praktizierender Tierärzte empfiehlt für Hunde die dreijährliche Impfung für Staupe, Hepatitis und Parvovirose, wenn die Hunde vorher grundimmunisiert worden sind.
Für Halterin Anja kommt in Zukunft nur noch individuelles Impfen ihrer Vierbeiner infrage.
Welpen sollten mindestens drei Monate alt sein. Sie werden einmal geimpft, um sofort den Impfschutz von drei Jahren zu erhalten. Wenn Welpen vor der zwölften Woche geimpft werden, ist eine Auffrischung nach vier bis sechs Wochen notwendig, um einen Drei-Jahres-Schutz zu erhalten.
Erwachsene Hunde, die bereits eine Grundimmunisierung hinter sich haben, müssen erst einmal mit dem „neuen“ Tollwutimpfstoff geimpft werden. Danach erhalten sie den Nachweis über den dreijährigen Impfschutz. Ob ein Tollwutimpfstoff bereits die Zulassung für die längere Immunitätsdauer erhalten hat, steht im Beipackzettel des Herstellers.
Folgende Einzelpräparate haben die Zulassung für die dreijährige Immunitätsdauer vom Paul-Ehrlich-Institut erhalten (Stand 20. Dezember 2006):
Bisher bietet nur die Firma Intervet die Drei-Jahres-Impfung für SHP (Staupe, Hepatitis, Parvovirose) als Kombiimpfung für Hunde an. Das Präparat „Nobivac SHP“ hat die nötige Zulassung vom Paul-Ehrlich-Institut erhalten (Stand 2. Februar 2007). Ob der Tierarzt diese Kombiimpfung kennt und in seiner Praxis vorrätig hat, ist noch fraglich. Tierhalter, die ihre Hunde damit impfen lassen möchten, müssen selbst nachfragen.
Heidi Sonderhoff