Tierheime und die halbe Wahrheit
Sicherlich, die Tierheime in Deutschland platzen aus allen
Nähten, aber die Praktiken, wie Hunde vermittelt werden sollen, sind
doch manchmal recht abenteuerlich.
Da werden Hunde in den höchsten Tönen gelobt, wie nett und verträglich
sie sind, werden alle Vorteile des Tieres in den Vordergrund gestellt,
wird darauf hingewiesen, dass der Hund es bis zum heutigen Tag nicht
verstehen konnte weshalb er abgegeben wurde.
Es gibt nichts Schlimmeres als dieses Elend in den Tierheimen und ich ziehe immer wieder meinen Hut vor den freiwilligen Helfern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, an diesem Elend etwas zu ändern.
Um dieser Flut an Tierheimhunden Einhalt zu gebieten, werden allerdings vermehrt nur noch die positiven Eigenschaften der Tiere in den Vordergrund gestellt und ganz bewusst alle negativen Eigenschaften verschwiegen. Ich will nicht behaupten, dass dies in allen Tierheimen so praktiziert wird, aber wenn man sich den ein oder anderen Fall genauer ansieht, so kommen einem doch gewisse Zweifel an den Geschäftspraktiken einiger Tierheime.
Es wird davon ausgegangen, dass etwa 30% der vermittelten Hunde wieder abgegeben werden, da sie nicht den Erwartungen der neuen Besitzer entsprachen. Es geht dabei nicht um marginale Defizite, sondern um soziale Unverträglichkeiten, Psychosen und Krankheiten mit denen ein durchschnittlicher Hundehalter überfordert wäre.
Wir sprechen da aus eigener Erfahrung, da uns so ein Fall letztes Wochenende passiert ist. Eine Hundedame, die in den höchsten Tönen angepriesen wurde und für die man mal eben 500km mit dem Auto gefahren ist, entpuppte sich als absolut sozial unverträgliche Hündin, welche nur mit Maulkorb zu anderen Hunden gegeben werden konnte und dann trotzdem noch unseren Hund anfällt.
Ich bin mir sicher, dass auch Hunde mit dieser Unverträglichkeit sozialisiert werden können, wenn man aber in dem Gespräch mit der Tierheimmitarbeiterin zu hören bekommt, dass dies von Anfang an bekannt war, was man allerdings in einem Telefonat und auf der Internetseite des Tierheimes nicht mitgeteilt bekommt und zum guten Schluss gesagt bekommt, dass die nächsten Interessenten bereits warten würden, wobei es sich dabei um absolute Hundeanfänger handelte, dann bekommt man so langsam seine Zweifel.
Wie man uns sagte, würde man wahrscheinlich davon Abstand nehmen diesen Hund in die Obhut dieser Hundeanfänger zu geben.
Ich hoffe es mal, bin aber auch guter Dinge, dass diese besagte Hündin ein Heim bei erfahrenen Hundehaltern als Ersthund finden wird.